An dem Sonntag an dem Andy und meine Eltern wieder nach Hause gefahren sind, starte für mich auch ein längerer Ausflug. Mittags fuhren gefühlt 300 Studenten mit mehrern Bussen nach Stockholm zum Fähranleger. Für uns began dort nämlich die Scanbalt Student Cruise nach Tallinn. Gesa, Pascal, Simon und ich teilten uns eine Kabine, die idealerweise auf Höhe des Sonnendeckes war. Auf der Cruise gab es für uns Studenten ein Extra-Programm (u.a. mit Speed Dating, Wahl des originellsten Heimatoutfits und Karaoke). Zudem gab es auf der Fähre unzählige größere und kleinere Parties in den Kabinen und den verschiedenen Bars und Clubs an Bord. Zuerst wurde aber von den ganzen Studenten der Duty-Free Shop gestürmt. 3 Stunden nach Abfahrt musste man immer noch Schlange stehen um überhaupt in den Laden reinzukommen. Wie erwartet ging der Alkohol auch weg wie warme Semmeln :) Zum Glück hatten wir uns größtenteils selber was mitgebracht und den abend gemütlich mit einem Gläschen in der Kabine gestartet. Dazu konnten wir dann auf unserem Fernseher beobachten wie wir uns langsam von Schweden entfernten. Leider war es schon zu dunkel um draußen noch etwas von den Schären mitzubekommen. Gegen 22 Uhr war dann auf der Showbühne der Fähre eine Zirkusshow, wo man sich Tanz-, Gesang- und Akrobatikeinlangen ansehen konnte. Ein paar kleine Zaubertricks gab es da auch zu bewundern. Nach der Show konnte man dann dort Tanzen und Feiern. Gesa und ich sind aber relativ früh ins Bett. Zum einem weil wir am nächsten tag früh raus wollten um soviel wie möglich von Tallinn zu sehen und zum anderen rempelte man durch das Geschaukel des Schiffes doch öfter mal mit jemanden zusammen und bekam irgendwelche Ellenbogen ins Gesicht oder sonst wo hin.
Montag morgen waren wir dann um 9 Uhr (Schwedische Zeit, Estische Zeit war es schon um 10 Uhr) in Tallinn nach 15 Minuten laufen befanden wir uns schon in der Altstadt von Tallinn. Unsere erstes Problem war es erstmal einen Geldautomaten zu finden (Wechselstuben gibt es in Tallinn wie Sand am Meer aber Geldautomaten haben wir nur einen gefunden). Das Problem hatten wir dann aber nach Nachfragen in der Touristeninfo doch relativ schnell gelöst. Danach haben wir uns denn erstmal ein richtiges Frühstück gegönnt. Leider hatten wir das Café mit der langsamsten Bedienung in ganz Estland erwischt, sodass wir da über eine Stunde rum saßen. Trotzdem haben Gesa und ich es geschafft, die meisten Sehenswürdigkeiten in Tallinn uns anzuschauen. Die Jungs hatten wir gegen Mittag irgendwann verloren, weil sie einfach mal stehen geblieben sind und wir dachten sie holen uns ein... Und dann waren sie einfach weg. So konnten Gesa und ich unser Touri-Programm ohne ein nerviges "müssen wir uns das unbedingt anschauen" durchziehen. Insgesamt haben wir uns das Rathaus, die älteste Apotheke Tallinns (irgenwas um 1490 eröffnet und sie ist immer noch in Betrieb!), die Domkirche, die St. Nikolaikirche das Haus der Black Heads (eine Verbindung deutscher lediger Kaufleute die im Ausland tätig sind), die Katharina-Passage, die Russische Kathedrale, Reste der Stadtmauer mit diversen Türmen und die Reste des Schlosses (davon stehen noch 3 Türme die als Eckpfeiler für den jetzigen Reichstag dienen), den Kanonenturm, das Viru-Tor, die Heilig Geist Kriche mit einer der ältesten Uhren Tallinns an der Kichenmauer, sowie viele weitere alte historische Gebäude. Die Altstadt von Tallinn ist wirklich gut erhalten und man kann an mehrern auch auf die Stadtmauer rauf. Einmal bin ich auch mitgegangen, obwohl es für mich schon eine Herausforderung war, da die Treppenstufen gefühlt 30 bis 40 cm auseinander lagen. Für mich war es schon ein ganzer schöner Kraftakt dort hochzukommen. Daher bin ich beim zweiten Mal auch untern geblieben :) In Tallinn gibt es auch an jeder Ecke was zu entdecken, oft findet man interessante Hinterhöfe mit kleinen Handwerksläden. Auffallend war auch das man an jeder Ecke Bernstein kaufen konnte. Das erinnerte mich sehr an Russland und etwas an uns an der Ostsee :) Nach 7 Stunden Sight-Seeing ging es dann zurück auf die Fähre und damit wieder in Richtung Schweden. Ich habe leider die Abfahrt verschlafen, weil ich so kaputt war. Am Abend gab es wieder eine Zirkusshow, die etwas anders war als die auf der Hinfahrt. Im Anschluss war dann wieder Party. Dienstagmorgen sind wie dann wohlbehalten wieder in Stockholm gelandet und mit dem Bus zurückgefahren. Die Busfahrt war angenehm ruhig, weil die meisten ja Schlaf nachzuholen hatten :)
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