Am Dienstag nach dem Intervallen waren Andy und ich im Airforce-Museum hier in Linköping. Ich brauchte einfach mal eine Lernpause (Donnerstag sollte ich schon meine Klausuren schreiben.) und wollte natürlich Andy auch was von der Stadt zeigen. Im Airforce-Museum werden Militärflugzeuge des diesen und letzten Jahrhunderts ausgestellt und die Geschichte des Fliegens in Schweden erläutert. Für mich viel interessanter war aber die Kinder- und Experimentier-Ecke, wo man im Simulator Flugzeug fliegen konnte oder den Job eines Fluglotsen übernehmen konnte. Zudem gibt es seit diesem Jahr eine Ausstellung über den Kalten Krieg. Da haben sie denn auch ein schwedisches Flugzeugwrack ausgestellt dass von einem Russischen Flieger abgeschossen wurde und erst zum Jahrtausendwechsel gefunden wurde. Die Geschichte und Dokumentation dazu, fand ich richtig interessant und spannend, obwohl ich ja sonst nicht so der Geschichtsfreak bin.
Mittwoch, einen Tag vor meinen Klausuren, kamen dann meine Eltern für 4 Tage auf einen Kurzbesuch vorbei. Andy holte meine Eltern vom Flughafen, währenddessen habe ich zu Hause noch gelernt und unser Abendbrot vorbereitet. Ich habe mich riesig gefreut meine Eltern zu sehen und sie hatten mir auch ganz viele tolle Sachen aus Deutschland mitgebracht, u.a. Schokolade und ein paar dicke Wintersachen :)
Donnerstag war denn für mich der Tag der Wahrheit. Ich musste an einem Tag zwei 4 Stunden Klausuren hinter mich bringen. Um 8 Uhr begann für mich meine erste Prüfung in Operations Strategy. In Schweden haben die ein anonymes Prüfungssystem, d.h. der Prüfer weiß nicht wessen Klausur er gerade korrigiert und soll dadurch nicht voreingenommen sein. Um dieses Anonymität zu sichern, bekommt jeder Student für die Klausur eine bestimmte Nummer. Diese muss man dann zusammen mit dem Datum, den Kurscode und den Prüfungscode auf jeden (!!!) Zettel schreiben auf dem man eine Aufgabe gelöst hat. Das ist wenn man 15 Seiten schreibt ganz schön nervig. Bevor du überhaupt in den Prüfungsraum reinkommst, musst du dich mit deinem Studentenausweis bei einem Aufseher registrieren. Die haben denn so lustige Geräte (Compuer), die denn Namen und das Prüfungsfach angeben. Mit diesen Geräten generieren sie auch den Nummerncode um dich zu anonymisieren. Und am Ende der Klausur muss man wieder mit seinem Studentenausweis sich beim Aufseher abmelden und der kontrolliert dann auch nochmal ob man überall den Code notiert und das Deckblatt richtig ausgefüllt hat. Man muss nämlich auf dem Deckblatt noch angeben wie viele Seiten man insgesamt geschrieben hat und ankreuzen welche Aufgaben man alle gelöst hat.
Nach meiner ersten Klausur hatte ich ungerfähr 3 Stunden Pause. Um 14 Uhr begann dann meine Prüfung in Quality Managment. Nachdem ich mich da dann auch ungefähr 3,5 Stunden drin abgequält hatte (wobei ich nach den ersten 2,5 Stunden schon so fertig mit der Welt war, dass ich am liebsten einfach abgegeben hätte), musste ich nach der Klausur noch zu meinem Schwedischkurs, weil wir auch da eine kleine Zwischenprüfung (einen Text schreiben) machen mussten. Als ich denn ungefähr halb neun zu Hause war, war ich sehr froh, dass meine Eltern und Andy mir Ab endbrot gemacht hatten und ich einfach nur noch entspannen konnte. Denn wir wollten am nächsten Tag früh nach Stockholm und ich brauchte dringend etwas Zeit um mich vom Prüfungstag zu erholen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen